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Alt 12.11.2007   #1
Dummychampion
 
Benutzerbild von Willow
 
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Ort: Paderborn
Beiträge: 1.730
Beitrag Herkunft & Geschichte des Golden Retriever

Herkunft und Geschichtliches des Golden retriever!
Herkunft und Geschichtliches

Ein Besucher der weltweit größten Hundeausstellung, den englischen „Crufts“ kann im dortigen Katalog für den Golden Retriever die folgende Ursprungserläuterung finden:
„Über den Ursprung des Golden Retrievers besteht weniger Unklarheit als bei den meisten anderen Retrieverarten, denn es steht fest, dass diese Rasse von dem ersten Lord Tweedmouth im vergangenen Jahrhundert herangezüchtet wurde. Diese Tatsache geht aus sorgfältig geführten Zuchtbüchern und Aufzeichnungen hervor, die im Jahre 1952 von Lord Tweedmouths Großneffen, dem Earl of Ilchester, entdeckt wurden.“
Im Jahre 1868 paarte Dudley Marjoribanks, 1. Baron Tweedmouth, einen gelben Retriever mit welligem Fell (wavycoated) "Nous" mit einem heute ausgestorbenen Tweed Water Spaniel "Belle". Zwischen 1868 und 1890 züchtete Marjoribanks diese Linie sorgfältig weiter. Er kreuzte einen weiteren Tweed Water-Spaniel ein, zwei schwarze Retriever, ferner einen Irischen Setter und einen sandfarbenen Bluthund. Die erste Eintragung der Rasse ins Zuchtbuch des Kennel Club of England (UKC) wurde 1903 unter der Bezeichnung "Flat-coated Retriever vorgenommen.

Aufmerksamer Golden Retriever, schwanzwedelnd.


Im Jahre 1913 wurde der Golden Retriever vom britischen Kennel Club, der deshalb als zuchtbuchführender Verband fungiert, als eigene Rasse anerkannt und gewann in der Folge v. a. in England und den USA rasch an Popularität. Etwa zu Beginn der 1980er Jahre begann die Rasse auch auf dem europäischen Kontinent verstärkt Fuß zu fassen, bis sie zu Beginn der 1990er durch häufige Auftritte in Fernsehwerbung und Spielfilmen einen regelrechten Boom (mit all seinen negativen Begleiterscheinungen) erfuhr. Heute zählt der Golden Retriever zu den beliebtesten und nach den Welpenstatistiken der zuständigen Zuchtverbände auch häufigsten Rassehunden im angelsächsischen und deutschsprachigen Raum. Daneben ist er v. a. in den skandinavischen und den Benelux-Ländern als Haushund weit verbreitet. Doch auch in Frankreich, und eingeschränkt auch im süd- und neuerdings auch osteuropäischen Raum, finden sich heute Golden Retriever.
Ähnlich der Entwicklung des Labrador Retriever lässt sich in jüngster Vergangenheit die Aufspaltung der Rasse in zwei verschiedene Typen erkennen: Der meist schwerer gebaute, üppig behaarte "show-type" steht dem leichteren, athletischeren "working-" bzw. "field trial type" gegenüber. Mit letzterem, der allerdings auf dem Kontinent (noch?) selten zu finden ist, werden in Großbritannien auch heute noch groß angelegte Such- und Bringwettbewerbe (vgl. Apportieren), die sogenannten field-trials durchgeführt.
Größere Differenzen im äußeren Erscheinungsbild der Hunde sind mittlerweile auch zwischen dem amerikanischen und dem europäischen (= britischem) Typus zu registrieren, auch wenn die jeweiligen Standards des AKC (American Kennel Club) und des britischen KC (Kennel Club) teilweise wortgetreu übereinstimmen.

Beschreibung


Hündin 1,5 Jahre alt


Der Golden Retriever gehört zu den mittelgroßen Hunderassen (bis 61 cm, 36 kg). Sein Körperbau ist harmonisch, wobei das Verhältnis von Körperlänge gemessen vom Brustkorb bis zur Schwanzwurzel zur Widerristhöhe etwa 10:8 beträgt. Er besitzt eine kräftige, trockene Muskulatur und einen gut entwickelten Knochenapparat, der ihn zu kraftvoller Bewegung befähigt. Rippen und Brustkorb sind tief und ausgeprägt gewölbt, am Bauch ist das Gebäude deutlich aufgezogen. Der Rücken ist gerade und in der Lendenpartie kurz.
Das Haar eines Golden ist glatt oder wellig, aber nicht gelockt, in den Farben gold oder creme mit guter Befederung an der Rückseite der Vorderläufe, der Unterseite des Schwanzes, sowie im Brust- und Bauchbereich. Das Fell hat eine dichte, wetterfeste Unterwolle. Der Gesichtsschädel ist ausdruckstark geformt und besitzt einen deutlichen Stop. Die Ohren, d. h. der Behang, sind mittelgroß, in Augenhöhe angesetzt, und fallen etwa bis zur Höhe des Mundwinkels. Augenlider, Augeniris, Lefzen und Nasenschwamm sind stets gut pigmentiert, wobei sich bei einer ganzen Reihe von Hunden die Nase im Winter etwas heller färbt. Der Golden Retriever besitzt ein stark entwickeltes, vollständiges Scherengebiss, d. h. die obere Zahnreihe greift bei geschlossenem Kiefer über die untere.

Wesen


Einjähriger Rüde


Der Golden Retriever ist ein intelligenter, freudig arbeitender Hund, dem auch extreme, nasskalte Witterungsbedingungen nichts ausmachen. Dem steht allerdings eine relativ starke Empfindlichkeit hinsichtlich hoher Temperaturen gegenüber. Grundsätzlich ist die Rasse ruhig, geduldig, aufmerksam und niemals aggressiv. Sein Schutztrieb ist im Vergleich zu anderen Hunderassen – wenn überhaupt – nur rudimentär entwickelt. Das unter Retriever-Haltern bekannte Sprichwort: „Ein Golden vertreibt keinen Einbrecher; stattdessen freut er sich über den Besuch und hilft jenem, die Wertsachen aus dem Haus zu tragen“ kennzeichnet die meisten Hunde dieser Art recht gut. Wie nahezu jede Hunderasse kann aber auch der nicht erzogene bzw. nicht fachmännisch zur Jagd ausgebildete Golden Retriever zum Wildern oder Streunen neigen. Allerdings ist er meist nicht wildscharf.
Die Haltung eines Golden Retrievers ist, wie die aller Jagdhunde, bewegungs- und trainingsintensiv. Unterforderte, in ihren Arbeitsanlagen nicht geförderte Hunde neigen dazu, unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln. Deshalb ist es äußerst wichtig, eine über „normales Gassigehen“ hinausreichende Beschäftigung für Hund und Halter zu finden. Gut dazu geeignet sind die Fährtenarbeit, das Dummytraining, die Betätigung in der Suchhundestaffel oder eine andere Hundesportart, die etwas mit Nasenarbeit bzw. Apportieren zu tun haben.
Der Golden Retriever braucht die Nähe zu seinem Rudel, den unmittelbaren Menschenanschluss und ist nicht für eine Zwingerhaltung geeignet. Berücksichtigt man sein Bedürfnis nach aktiver Betätigung, wird er jederzeit ein unproblematischer Hausgenosse sein.

Verwendung


Dreijährige Hündin beim Apportieren aus dem Wasser.


Der Golden Retriever wurde ursprünglich für die Jagd gezüchtet. Man setzte ihn ein, um geschossene Vögel (auch aus dem Wasser) zu apportieren (engl.: to retrieve = zurückbringen).
Heute ist die Rasse vor allem für ihr ausgeglichenes Wesen, ihre gute Verträglichkeit auch mit fremden Menschen und ganz besonders mit Kindern bekannt. Von den Anlagen her zeichnen sich alle Retriever durch eine ausgesprochene Menschenfixiertheit aus, die sich, soweit sie mit viel Einfühlungsvermögen sowie der nötigen Konsequenz gefördert und gelenkt wird, zu einer bei vielen anderen Hunderassen kaum erreichbaren Leichtführigkeit ausbilden lässt. Dieser sogenannte "will to please" kann den Betrachter zu der Annahme verleiten, für den Hund sei es das größte Glück, seinem Menschen alle Wünsche von den Augen abzulesen.

Golden Retriever im Gras


Die beschriebene Leichtführigkeit in Verbindung mit einer hohen Intelligenz und Anpassungsfähigkeit haben dazu geführt, dass der Golden Retriever neben seiner ursprünglichen Verwendung zur Jagd heute überdurchschnittlich häufig als Behindertenbegleithund, z. B. als Blindenführhund oder Gehörlosenhund, als Rettungshund und als Rauschgift- und Sprengstoffsuchhund eingesetzt wird. Zumeist wird er aber als reiner Familien- und Begleithund gehalten. Für Wach- und Schutzaufgaben ist diese Rasse dagegen denkbar ungeeignet.

Golden Retriever - Wikipedia
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(mit Ronja im Herzen
Willow ist offline  
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Alt 29.02.2008   #2
Alphafrauchen
 
Benutzerbild von Jamie & Heike
 
Registriert seit: 18.02.2008

Ort: Nauwalde
Beiträge: 516
Hallo Martina,

für alle Unkundigen ein sehr informativer Beitrag; ich hoffe, du hast nix dagegen, wenn ich noch ein bisschen "History" hinzufüge:

Der Golden Retriever wurde als Jagdgebrauchshund vorwiegend für die Niederwild- und Wasserjagd in Schottland gezüchtet. Man brauchte einen Hund mit einem angeborenen Beute- und Bringtrieb,der gleichzeitig aber weichmäulig und leichtführig sein sollte. Außerdem sollte er über große Ausdauer und Arbeitsfreude verfügen. Erst in den 50er Jahren erlangte man durch einen Artikel des Earl of Ilchester - ein Urenkel der Schwester von Lord Tweedmouth - im "Country Life Magazine" Gewissheit über den Ursprung des Golden Retriever. Sicher ist, dass der Golden auf eine Verpaarung eines gelben Retrievers "Nous" und eines Tweed Water Spaniels "Belle" zurückzuführen ist. Diese Verpaarung nahm Lord Tweedmouth (Bild 1; 1868) auf Guisachan (Bild 2 – 1897; mit 4 Golden ) in Invernessshire Schottland vor. Nous wurde 1864 in Brighton aus Lord Chichesters Zucht gekauft. Da Lord Tweedmouth schon damals ein Zuchtbuch führte, kann man die Nachzucht dieser Verpaarung recht gut verfolgen.





Lord Ilchesters Großvater bekam einen Welpen "Ada" aus dieser ersten Verpaarung (Bild 3: Lord Ilchester mit Ada; 1875). Im Laufe der Jahrzehnte wurden Setter, Bluthunde und auch Labrador Retriever eingekreuzt. Der Bluthund sollte die Spurensuche auf verwundetes Reh- und Rotwild ("deer tracking"), zu der der Golden ebenfalls eingesetzt wurde, verbessern. Der Golden Retriever wurde erst 1910 als eigenständige Rasse vom Kennel Club anerkannt und 1911 wurde der Golden Retriever Club in Großbritannien gegründet. 1960 wurde darüber vom Kennel Club folgendes offiziell verkündet: "The origin of the Golden Retriever is less obscure than most of the Retriever varieties, as the breed was definitely started by the first Lord Tweedmouth last century, as shown by his carefully kept private stud book and notes, first brought to life by his great-nephew, the Earl of Ilchester, in 1952."



Quelle: Bonniebrook
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Wir geben dem Hund was uns übrig bleibt an Zeit, Raum und Liebe, doch der Hund gibt uns alles was er hat.
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